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Nationale und internationale Zusammenarbeit sowie regionale Entwicklung

Ziel des von der Universität Turku koordinierten Projekts (1.9.2018-31.12.2019) war die Gestaltung des St-Olav-Pilgerwegs in Finnland, der von der Ostgrenze durchs Binnenland nach Tuku führt. Von der Republik Nowgorod nach Finnland wird man mit einem eigenen Projekt weitermachen.

Beim Start in Olavinlinna (Savonlinna) trifft man auf folgende Fixpunkte entlang der Route: St-Olav-Kirchen in Sysmä, in Kalvola (Hämeenlinna), in Tyrvää (Sastamala), in Ulvila, Kalanti (Uusikaupunki), in Lappi (Rauma), in Yläne (Pöytyä) und in Lemu (Masku).

Von Turku führt der Pilgerweg durch das Schärenmeer nach Grislehamn (stolavwaterway.com), und auf schwedischer Seite verbindet sich der Weg mit dem vorhandenen St-Olav-Weg. Entlang dieses Weges geht es bis nach Trondheim in Norwegen.

Der Anschluss an das europäische Pilgerweg- und Kulturroutennetzwerk fördert insbesondere das Tourismusgewerbe auch im ländlichen Raum Finnlands.

Pilgerwanderungen – Erlebnistourismus früher und heute

Pilgerwanderungen waren in der Geschichte die ersten Erlebnisreisen und in den 2000er Jahren hat ihre Beliebtheit weiter zugenommen. Europas beliebtester Pilgerweg in Südeuropa ist der Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Pilgerwanderungen sind ein Zeichen gewachsenen Interesses an Geschichte und Mittelalter. Bei uns sieht man das im Allgemeinen u. a. an der Beliebtheit von Mittelalterveranstaltungen, an lebendiger Geschichte sowie an Wanderungen und unterschiedlichen Touren und Wege.

Das Interesse an Pilgerwanderungen ist auch ein Zeichen für den Wunsch, individuell etwas Bedeutendes zu erreichen. Neben religiösen Aspekten suchen die Menschen nach Stille, geistiger Inspiration, einfachem Leben und Geschichten.

Die Kraft von Geschichten

Mit St Olav verbinden sich aufregende Geschichten von brutalen Wikingern und Heiligen. In seiner Jugend war Olav (995-1030) ein erfolgreicher Wikinger, der an Wikingerfahrten von der Ostsee nach England teilnahm. In der Normandie folgte er dem christlichen Glauben, stieg später zum König von Norwegen auf (1015-1030), und hatte die Mission als Gesandter von Christus, ein göttliches Reich im Norden zu schaffen.

Diese Wendungen stifteten Zwietracht, was Olav schließlich unpopulär machte und er fliehen musste. Er versuchte die Krone wieder zu erlangen, fiel jedoch in der Schlacht von Stiklestad am 29. Juli 1030.  Dieser Tag wird seitdem als Olav-Tag begangen.

Der Tod Olavs hatte nach den Erzählungen Gutes bringende Wunder zur Folge und sein Ruhm als Heiliger verbreitete sich schnell in den nordischen Ländern und im Ostseeraum. In seinem Namen wurde missioniert und Finnland war im Mittelalter insbesondere das Land St Olavs. Das belegen nach wie vor die nach St Olav benannten oder auf ihn geweihte Kirchen.